Steigender Anteil der älteren Personen an der Gesamtbevölkerung
Winterthur, 20. Juli 2010 - Bereits zum dritten Mal präsentieren das Altersforum Winterthur und die Stadt Winterthur den Bericht zur demographischen Entwicklung der älteren Bevölkerung. Neben Aussagen zur prognostizierten Entwicklung und Zusammensetzung der Bevölkerung gibt der Bericht auch Auskunft über das Angebot im ambulanten und stationären Altersbereich.
Die demografische Entwicklung zeigt seit dem Jahr 2007 eine leichte Zunahme von 109 Personen der über 80-jährigen Personen (4717 auf 4826) auf. Für die nächsten zehn Jahre wird bei dieser Altersgruppe eine Zunahme von 1050 Personen (+22%) vorausgesagt. Für die kommenden Jahre wird eine stetige Zuwanderung von jungen Menschen und ein leicht steigender Anteil der Bevölkerungszahl im Erwerbstätigenalter prognostiziert. Im Jahr 2033 werden dann die Pensioniertenjahrgänge die Jugend zahlenmässig übertreffen.
Die Prognose zur Bevölkerungsentwicklung in 15 Jahren zeigt innerhalb der Stadtkreise grosse Unterschiede auf. Dementsprechend weist Seen, gefolgt von Töss und Wülflingen, die höchste Wachstumsrate der Personengruppe ab 80 Jahren auf.
Von der Altersgruppe der 80-jährigen und älteren Personen leben rund 84% im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ist dieser Quotient konstant leicht angestiegen. Das Angebot an stationären Plätzen in städtischen und privaten Institutionen ist seit dem Jahr 2007 um 19 Plätze erhöht worden. Die Auslastung von 96% ist um 1% leicht tiefer als im Jahr 2007.
Die Verlagerung des Angebots der städtischen Alterszentren vom Wohnen zur Pflege zeigt Auswirkungen auf die Warteliste für Pflegeplätze und die Zahl der Auswärtsplatzierungen; beide Kennzahlen sind deutlich zurückgegangen sind. Dem stehen längere Wartezeiten für einen Wohnplatz in einem Altersheim oder Alterszentrum gegenüber. Die ambulanten Dienstleistungen verzeichnen vor allem bei den pflegerischen Leistungen eine starke Zunahme von 14%. Die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Leistungen hingehen blieb im Vergleich zu 2007 konstant.
Aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit einer Zunahme der Bevölkerungsgruppe im Rentenalter um rund 20% in den nächsten 15 Jahren zu rechen. Dies bedingt ein Angebot an altersgerechten Wohnungen und einer angepassten Wohnumgebung. Bei den Alterswohnungen und Residenzen ist eine volle Auslastung zu verzeichnen, und es ist voraussehbar, dass die zukünftige Nachfrage grösser sein wird als das bestehende Angebot. Wohnprojekte seitens privater Anbieter und Genossenschaften sind in Planung und werden die Nachfrage zum Teil abdecken. Grundsätzlich geht der Trend weiter in Richtung einer verstärkten ambulanten Hilfe und Pflege zuhause und weniger zu einem Ausbau der stationären Angebote.
Für die Altersplanung der Stadt Winterthur werden diese Zahlen regelmässig im Abstand von zwei Jahren erhoben. Damit wird eine der Massnahmen des Ausführungsplans zur Altersplanung umgesetzt. Der vorliegende Bericht basiert auf Daten aus dem Jahr 2009. Das Zahlenmaterial lässt einen Vergleich zu den Daten aus dem Jahr 2005 und 2007 zu und bietet einen Ausblick auf die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2034. Die gewonnenen Resultate bestätigen die im Ausführungsplan zur Altersplanung definierten Massnahmen und die strategische Ausrichtung der Alterspolitik in der Stadt Winterthur.